Tüfteln, bauen, siegen: der große Türmetest

2003 starteten wir ein außergewöhnliches Projekt für Schülerinnen und Schüler, die unter Technikfrust leiden. Es stellte sie vor ziemlich komplexe baustatische Fragen und ließ sie – allerdings betont spielerisch - ingenieurtechnische Gesetzmäßigkeiten erkunden.

Der Name dieses Schülerwettbewerbs: "Türme für Pisa".

Er richtete sich an die Jahrgangsstufen 10-12 an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs – und wir realisierten ihn in Kooperation mit neun Hochschulen in NRW. Die Aufgabe, die Schülerteams dabei zu lösen hatten: aus Pappe einen möglichst stabilen und kreativ gestalteten Turm zu bauen, der im Verhältnis zu seinem Eigengewicht die größtmögliche Last trägt. Und das Ganze in schriftlicher Form zu zu dokumentieren.

Der Turm sollte 120cm hoch, die Spitze durfte nur eine Bierdeckelgröße breit sein – und auch die Aufstellfläche war auf 50 x 50cm begrenzt. Zum Turmbau bekamen die Schüler die "PISA-Box" zur Verfügung gestellt. Sie enthält nahezu alles, was angehende Ingenieure brauchen, um Türme zu bauen - vom Geodreieck über Scheren, Zirkel, Falsbeine, Büroklammern bis zum großen Stahllineal und natürlich die entscheidenden sechs Bögen Bastelpappe.

Im Projekt ging es um Fragen wie: Was bedeutet Biegung, wie reagiert ein Stab auf Zug und was kann ich tun, damit der Druck auf die Pappe erhöht werden kann? Für ganz spezielle Fachfragen standen zusätzlich Ansprechpartner der beteiligten Hochschulen RWTH Aachen, FH Bielefeld, Ruhr-Universität Bochum, Universität Duisburg-Essen, FH Lippe und Höxter, FH Köln, FH Münster, Universität Siegen, Universität Wuppertal zur Verfügung – u.a. Professoren für Baustatik und –dynamik.

In den drei durchgeführten Wettbewerben bastelten und tüftelten 1.500 Schülerinnen und Schüler in rund 230 Schülergruppen aus fünf Regierungsbezirken um den Titel des besten Turmbauers. 60 Stunden in drei Monaten investierten manche in ihre Türme, bis sie zu den großen Regionalentscheidungen wieder an die Hochschulen kamen. Dort prüften unbestechliche Abdrückmaschinen, welcher Turm im Verhältnis zum Eigengewicht die meiste Last trägt. Die Teilnehmer fieberten den Ergebnissen beim großen Türmetest entgegen. Denn den Siegern winkte die Teilnahme am jeweiligen Landeswettbewerb an der Universität Duisburg-Essen.

Der bis heute gültige Rekord des Siegerturms von 2003 lautet übrigens: 378,9 Kilogramm Traggewicht bei 699 Gramm Eigengewicht.

Der große Turmbau-Wettbewerb in der ursprünglichen Form ist nun abgeschlossen (u.a. wegen des Aufwands und der Kosten, die der Einsatz von Abdrückmaschinen bedeutet.) Aber wir kommen gern in einer etwas kleineren Form, als spezielles Turmbau-Experiment, an Ihre Schule/in Ihre Stufe/Klasse. Haben Sie Interesse?

 

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